Der klassische Kartoffelsalat
Liebe Freunde des guten Geschmacks,heute werden wir mal das klassische Sylvestergericht zum Jahreswechsel zubereiten - den Kartoffelsalat. Diesen geniesse ich jedes Jahr zu heißen Wiener Würstchen oder den "Weißen Würstchen", die nicht mit der klassischen bayerischen Weißwurst zu verwechseln sind. Es sind eigentlich weiße Wiener Würstchen, die ich nur von einigen Schlachtern der Oberlausitz kenne. Suuuper lecker!
Die Zutaten
Als erstes braucht man natürlich Kartoffeln, bei deren Auswahl man auf die Kochfestigkeit achten sollte. Am besten kocht man nur kleinere Kartoffeln, die die Größe eines Hühnereies haben sollten. Die größeren Kartoffeln sind im Inneren meist zu mehlig, um sich gut schneiden zu lassen. Man hat dann zwar die Arbeit beim Schälen - aber die gewünschte Bissfestigkeit der Kartoffelstückchen wird mir später Recht geben. Man sollte auch die Kochzeit etwas kleiner wählen, als man für normale Pellkartoffeln gewohnt wäre. Für den klassischen Single-Kartoffelsalat benötigt man ausserdem nur 1 Zwiebel, 7-10 mittlere Gewürzgurken, Mayonaise, Salz und Pfeffer. Zum späteren Abschmecken des Salates sollte man sich unbedingt den Sud der Gewürzgurken und etwas Zucker und Essig bereithalten. Doch dazu später mehr! Der aufmerksame Betrachter wird auch eine Zutat entdeckt haben, die mehr der Belustigung des Starkochs dient! Schließlich ist heute Sylvester!Die grosse Metzelei
Nun ist die Zeit gekommen, den Kartoffeln den Garaus zu machen und auch die Gewürzgurken vom
Leben zum Tode zu befördern. Ausserdem kann man
beim Zerhacken der Kartoffeln schön alle Aggressionen abbauen, die man nicht in das neue Jahr
mitnehmen möchte. Ob man den einzelnen Kartoffeln Namen gibt, bleibt jedem selbst überlassen! Man
schneidet alle (gepellten!) Kartoffel zur gewünschten
Größe
und läßt diese abkühlen! Das ist extrem wichtig, weil ein Temperaturunterschied von
wenigen Grad die Majonaise gerinnen liesse und die ganze Arbeit war umsonst!
Man kann allerdings die gewürfelte
Zwiebel und die kleingeschnittenen Gewürzgurken schon unter die Kartoffelstücke mischen und
mit einer angemessenen Prise Salz und Pfeffer würzen. Hatte ich schon gesagt, daß der moderne
Koch eher die Piccolo-Größe bei der Auswahl sei
nes
Spassmachers wählt? Man kann einige
Fläschchen leeren, bis die Kartoffeln Zimmertemperatur erreicht haben! Man sollte die Temperatur
aber prüfen, nachdem man mehrfach den Schüsselinhalt durchmischt hat. Wenn die Kartoffelstücke
Zimmertemperatur erreicht haben, kann man die Mayonaise unterrühren. Ein Abschmecken hat zu diesem
Zeitpunkt noch keinen Sinn, da der Salat eine gewisse Zeit braucht, um die anderen Zutaten aufzunehmen
und seinen vollen Geschmack zu entfalten!
Das grosse Warten
Nun
heißt
es Geduld zu bewahren und den Salat ziehen zu lassen. Das kann 2-5 Stunden dauern und da der
Salat - wie wir alle - am liebsten unbeobachtet einen ziehen läßt, deckt man ihn mit
einem Tuch ab! Dass das Geschirrspültuch frisch gewaschen ist, versteht sich ja von selbst.
Was
der Koch nun in dieser Zeit anstellt, bleibt der Phantasie jedes Einzelnen überlassen. Ich
persönlich
friere schon mal den Kater ein, damit er keine Panikattacken bekommt, wenn um Mitternacht das
Feuerwerk startet. Man sollte nur den Mäusekiller rechtzeitig wieder auftauen, damit im Frühjahr
die Mäusepopulation keine Größenordnungen annimmt, die der Stadt Hameln gerecht
geworden wäre.
Nach 2-3 Stunden kann man den Salat abschmecken und je nach Verlangen mit Salz, Pfeffer, Gurkensud,
Zucker oder etwas Essig dem gewünschten Geschmack anpassen. Wenn es dunkel wird, serviere
ich diesen Küchenklassiker mit 2 Würstchen und etwas Senf. Und den Rest bekommen meine
Kollegen! Mahlzeit!