Saure Eier - Verlorene Eier

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Freunde der Nacht,
heute befassen wir uns mit einem Familiengericht, welches sich großer Beliebtheit bei Freunden und Bekannten erfreut. Das Rezept hat meine Mutter von meiner Großmutter bekommen und ich wiederum habe es von meiner Mutter gelernt. Das Problem dieses Essens ist die richtige Balance aus den Zutaten Essig, Salz und Zucker. Wer dieses Gericht noch nie gegessen hat, kann es eigentlich nicht richtig nachkochen, da er gar nicht weiß, in welche Richtung der Geschmack gehen soll. Ich selbst habe erst nach ungefähr 6-10 Versuchen den Bogen raus gehabt. Zu den Sauren Eiern ißt man einfach Salzkartoffeln - mir ist bisher keine Gemüsebeilage eingefallen, die hierzu passen würde.
Leider kann man dieses Essen nicht wieder aufwärmen - es sollte also aufgegessen werden! Viel Spaß beim Nachkochen!

Die Zutaten

Für die Zubereitung der Sauren Eier für 4 Personen brauchen wir:

Die Zubereitung

Als erstes schaut man nach einem mittelgroßen Topf, der etwa den Durchmesser eines Fußballs haben sollte und wasche ihn nach dem Probieren noch einmal aus - wer möchte schon Saure Eier essen, die nach Lederfett schmecken! Idealerweise sollte der Top eine Höhe von ca. 10cm haben, da in der Soße 8 Eier nebeneinander schwimmen können, aber sich beim Köcheln nicht untereinander schieben. In einem solchen Topf zerlassen wir ein zigarettenschachtel-großes Stück Margarine mit den Lorbeerblättern und den Pimentkörnern und gebe solange Mehl hinzu bis man eine Konsistenz von Eierkuchenteig erreicht hat.
Nun läßt man unter ständigen Rühren mit einem Pfannenwender das Mehl so lange anschwitzen, bis die Pampe etwa rehbraun geworden ist - eher sogar noch etwas dunkler (schokoladenbraun). An diesem Punkt bin ich früher immer gescheitert, da ich Angst hatte, das Rezept zu verderben. Der Geruch des angebrannten Mehls wird aber sofort durch Ablöschen mit reichlich Wasser aufgehoben und nun heißt es rühren, rühren und nochmals rühren, damit sich keine Mehlklümpchen bilden. Idealerweise nimmt man hierfür einen Schneebesen.
Die Soße sollte nun eine Farbe haben, die etwas heller wie rehbraun ist.
Und wer als Nichtraucher nicht weiß, was er mit der Zigarettenschachtel anfangen soll, die er als Größenvergleich der Margarine gekauft hat, kann sie mir gerne zuschicken... (Das gleiche gilt übrigens auch für den Whisky - der hat mit diesem Rezept nämlich gar nichts zu tun...)

Das Abschmecken

Die Herdplatte sollte nun soweit heruntergedreht werden, daß die Soße leicht köchelt. Als erstes beginnt man damit, die Soße mit 1 Esslöffel Salz, 2-3 EL Zucker und einem kräftigen Schluck Essig (ca. 5-6 EL) anzuwürzen. Da ab hier die Erfahrung des schon erlebten Geschmacks zählen, werde ich meine Vorgehensweise anhand einer Was-wäre-wenn-Liste weiterführen...

Eines habe ich bei diesem Gericht gelernt - wer allzu zaghaft würzt, hat schon verloren! Die Soße wird zu sehr gestreckt und der Geschmack der Mehleinbrenne geht verloren! Mein Tip: Die erste Zugabe von Salz, Essig und Zucker eher etwas schwungvoller angehen...

Nun verliert man die Eier

Sobald die Soße einen herzhaften süß-sauren Geschmack hat, dreht man die Kochplatte wieder auf mittelgroße Hitze, so daß die Soße aufwallt. Nun beginnt man, mit einer Tasse jedes einzelne Ei langsam in die Soße zu lassen. Die Eier erstarren in der kochenden Soße und wenn alle Eier im Topf schwimmen, dreht man die Kochplatte wieder auf kleinere Hitze und läßt dieses Gericht vor sich hinblubbern.
In der Zwischenzeit kann man Kartoffeln schälen und kochen. Eigentlich war es das gewesen - die fertigen Salzkartoffeln und 2 Eier auf einem Teller servieren und staunen...

Fotos folgen...Versprochen!

Guten Appetit!

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