Ludmilla kocht: Soljanka...
Liebe Freunde der russischen Winternächte,
jeder kennt die Situation: Es ist Abendessenszeit, aber man hat partout keinen Appetit auf Wurstbrote. Dabei müsste die Jagdwurst eigentlich gegessen werden, bevor sie anfängt, schmierig zu werden. Tja - was tun? Hier kommt der ultimative Tipp zum Vernichten einiger Kühlschrankreste: wir bauen uns eine Soljanka! Das ist eine herzhafte Suppe aus dem osteuropäischen Raum, die auch in meiner DDR-Jugend bei Partys oft und gern gegessen wurde. Die Varianten dieser Suppe sind ebenso vielzählig wie abwechsungsreich. Doch schauen wir zuerst, ob wir alles beisammen haben, was Ludmilla zum Kochen dieser Spezialität benötigt...
Die Zutaten
Wir suchen uns als erstes einmal alle Fleisch- und Wurstreste, die man
"vernichten" könnte. Es eignen sich alle Reste, die man nicht noch einmal extra zubereiten müsste. Kalte Bratenreste,
Aufschnitt, Brathänchenreste, Würstchen, Tomaten- oder Paprikareste. Man kann diese Dinge natürlich auch extra für die
Soljanka kaufen, genau wie die Zutaten, die idealerweise zur Auflockerung dieses Süppchens beigegeben werden. Hier zu stellt man in
seinen Einkaufswagen folgende Dinge:
- 1 Glas Würstchen
- 1 Glas Gewürzgurken
- 1 mittelgroße Zwiebel
- 1-2 kleine Dosen Champignons
- Tomatenmark (oder passierte Tomaten)
- Ketchup
- 1-2 Lorbeerblätter
- 4-5 Pimentkörner, Pfeffer und Salz
Messer raus - Attacke!
Die Würstchen, das Gemüse, die Gewürzgurken und auch die
Pilze schneiden wir in den gewünschten Mengen in kleine Stückchen - ganz wichtig
ist es auch bei diesem Gericht, daß der Sud der Gewürzgurken unbedingt für das spätere Abschmecken aufgehoben werden muss!
Ich geh in diesem Beispiel mal davon aus, daß einige Fleisch- und Aufschnittreste aufgebraucht werden müssen - und damit beginnt
auch schon die Zubereitung.
Wir schneiden eine Zwiebel in kleine Würfelchen, zerteilen die Wurst-
und Fleischreste in kleine Stücke und schmoren diese Sachen mit etwas
Fett in einem ausreichend großen Topf an. Dann löschen wir das ganze mit reichlich Wasser ab und geben alle kleingeschnittenen
Zutaten in diesen Topf. Ketchup oder Tomatenmark verwendet man je nach Lust und Laune und es kann auch schon ein "kleiner Schluck"
Gurkenwasser in die Suppe. Gebt ein paar Prisen Salz und Pfeffer hinzu und lasst das ganze bei mittlerer Hitze vor sich hinköcheln
- häufiger mal umrühren!
Reine Geschmackssache
Die Soljanka könnte, wenn sie nach
etwa 0,5-1 Stunde vom Herd genommen wird sofort serviert werden. Aber bis etwa 10 Minuten vor dem Servieren kann die Soljanka auch
noch an die speziellen Vorlieben der Gäste angepasst werden: Wer es etwas schärfer mag, gibt ein paar Spritzer Tabasco dazu und die
Kosakenazubis unter Euch geben solange Gurkenwasser dazu, bis die Suppe lieblich genug ist.
Eine außergewöhnliche Variante ist die Fischsoljanka - man ersetzt alle Wurst- und Fleischzutaten durch Fisch- oder Meeresfrüchte
und erhält eine köstliche Fischsuppe! Der Phantasie des Kochs ist bei diesem Resteessen also keine Grenze gesetzt. Einige mögen
es, wenn auf den Tellern ein Klecks saurer Sahne platziert wird - mein Fall ist das nicht! Ich serviere diesen Taigaklassiker
mit reichlich Weißbrot. Guten Appetit; oder wie meine Putzfrau Ludmilla sagen würde: