Ziemlich lautes Hobby...
Der Sport
Den größten Teil meiner Freizeit opfere ich dem Training im Schützenverein Roland Bad Bramstedt e.V. Ich habe die Internetseite des Vereins ins Leben gerufen, gestalte und betreue sie und war einige Jahre im geschäftsführenden Vorstand tätig. Triebfeder für diese Aktivitäten ist allerdings meine Begeisterung für den Schießsport im Allgemeinen. Die nötige Konzentration und die mentale Stärke, die für gute Ergebnisse auch bei spannenden Wettkämpfen absolut notwendig sind, empfinde ich als eine etwas andere Art von Therapie, um mit Problemen jeder Art fertig zu werden.
Weitere Waffenthemen dieser Webseite
Die Sportgeräte
In erster Linie schieße ich Luftpistole - eine Morini CM 162EI. Die Mannschaft
unseres Vereines, welche eine gewisse Renissance des Luftpistolensports
hervorgerufen hat, startet in der nächsten
Saison in der Verbandsliga des NDSB.
Aber auch die größeren Kaliber können mich begeistern. Ich
bin Besitzer eines 686er Revolvers von Smith & Wesson im Kaliber .357 Magnum,
einer SIG Hämmerli P 240 Sportpistole in den Kalibern .22lfb und .32S&W
und bis vor kurzem einer Gebrauchspistole des Kalibers 9mm Para der Marke
Tanfoglio (Limited Edition) - diese habe ich Mitte 2008 verkauft.
Da aber die Disziplin Luftpistole auf mich den größeren Reiz ausübt,
trainiere ich mit Waffen des größeren Kalibers etwas weniger und
fahre demzufolge immer mit gemischten Gefühlen zu solchen Wettkämpfen.
Egal - Spaß soll es machen, das ist die Hauptsache! Der Schießsport
an sich wird in seinem Anspruch an die körperliche Verfassung
und den damit
verbundenen Anstrengungen von der breiten Masse leider viel zu oft unterschätzt.
Meine Fortschritte werde ich weiter unten fotografisch
dokumentieren. Und für
diejenigen, die sich nicht vorstellen können,
wie weit 25m sind, habe ich ein Bild unseres Pistolenstandes aus der
Sicht des
Schützen hier eingestellt! Genau, die dunklen Punkte ganz hinten sind
die gleichen Scheiben, von der Ihr hier Eine in der perforierten Nahansicht
zu sehen bekommen habt.
Das Drumherum
Leider spielt das Bild, das in den Köpfen unserer Mitmenschen von Schützen und Schützenvereinen
herumspukt, auch eine Rolle. Für die Einen sind es meist Menschen jenseits der Fünfzig, die sehr viel Bier trinken und
in einer aufgemotzten Portiersuniform fahnenschwenkend durch die Orte ziehen und dabei "Schützenliesel
- dreimal hat´s gekracht!
" gröhlen.
Oder es sind Waffennarren, denen es nur darauf ankommt, sich soviele
Waffen wie nur möglich
anzuschaffen und sie sabbernd jeden Abend bei der 35ten Wiederholung
der Videoaufzeichnung von Rambo III
auf
Hochglanz zu polieren! Leider gibt es Gründe für diese Zerrbilder
- nur haben diese mit dem Sportschützen, der den Sport ernsthaft betreibt,
herzlich wenig zu tun. Wenn die Anzahl der hier präsentierten Waffen den
Eindruck erweckt, daß auch ich zu diesen Waffennarren gehöre, dann
kann ich nur erwidern, daß die Disziplinen, die ich trainiere, nur mit
diesen Pistolen durchführbar
ist. Ich besitze keine einzige Waffe, mit der ich nicht auch an Wettkämpfen
teilnehme! Nun denn - den stillen, warmherzigen und sensiblen Luftpistolenschützen,
wie ich einer bin, kennt kaum jemand! Dabei weine ich jeden Abend in
mein Kissen, weil ich wiedermal 20 Pappscheiben ins Jenseits befördert
habe! Und - wen juckt´s?
Ich will damit sagen, daß wohl jeder die für ihn negativen Beispiele
schon erlebt hat. Aber allen Menschen, die ein bestimmtes Bild vor Augen
haben, wenn sie das Wort "Schützenverein" hören,
konnte ich nahelegen, mal Kontakt mit dieser Spezies aufzunehmen; ihnen
wurde danach schnell klar, daß sie das "Drumherum" völlig
falsch interpretiert oder gar nicht gekannt haben. Nur Mut - wir beißen
nicht!
Schießen wenn man ihn als Sport betreibt - ist ein Leistungssport und erfordert alle Reserven, die der Schütze zu bringen vermag.
Im Jahr 2006 hat es zum Beispiel eine unserer Juniorinnen geschafft, auf der Weltmeisterschaft 2006 in Zagreb den 18.Platz von 70 Schützinnen zu
erreichen! Anika Schroedter vom Schützenverein Roland hat uns gezeigt,
daß es möglich ist, durch diese "Ballerei" einen Spitzenplatz in der Elite der Topsportler zu erreichen! Sie war die Beste der drei aufgestellten
Juniorinnen und dieser Erfolg macht alle Vereinskameraden besonders stolz!
Nun ist es in Deutschland nun einmal so, daß man nur als Mitglied in
einem solchen Fahnenschwenkerverein
diesen Sport ausüben darf.
Ob man bei Umzügen mitmachen möchte, sollte jeder für sich entscheiden.
Man kann, um etwas an diesem öffentlichen Bild der Schützen zu ändern,
durch objektive Berichterstattung in den Medien diese Zerrbilder entspannen
und damit gegensteuern. Oder man resigniert und lernt schon mal den
Text vom "Schützenliesel"!
Die öffentliche Meinung
Amokläufe wie in Erfurt spielen bei der öffentlichen Meinungsbildung natürlich auch
eine wesentliche Rolle. Inwieweit die Medien bei solch tragischen Ereignisse noch sachlich
und mit dem nötigen Sachverstand agieren, sei dahingestellt. Die daraus resultierende Waffenrechtsänderung aber
macht es den Vereinen im Nachhinein schwerer, Nachwuchs für diesen Sport zu finden. Daß damit die schon
seit Jahren drohende Überalterung der Vereine nicht aufgehalten wird, sollte jedem klar sein. Hinzu kommt, daß immer weniger Menschen
bereit sind, freiwillig und unentgeldlich Arbeiten zu leisten, die dem Verein zugute kommen. Meine Meinung: Viele Vereine werden sich zusammenschließen
müssen, um überleben zu können.
Man kann eigentlich nicht oft genug wiederholen: Eine Waffe ist nur ein "dummes" Stück Stahl
- der Mensch, der eine Waffe für Verbrechen benutzt, ist derjenige, der aus dem Verkehr gezogen
werden muss! Egal, ob Messer, Baseballschläger oder Pistole! Wenn man sich vor Augen führt, daß
ja nur die Legalwaffenbesitzer, seien es nun Jäger oder Sportschützen,
amtlich erfasst werden,
ist schnell klar, daß die Justiz ohnmächtig gegenübern den Besitzern der illegalen Waffen gegenübersteht.
Diese treten logischerweise nur in Erscheinung, wenn wieder eine Waffe nach einem Verbrechen
beschlagnahmt wurde. Traurig - nur die, die sich nichts zu Schulden kommen lassen, sind amtlich
"greifbar"!
Und die Medien, deren Ziel ja Einschaltquoten - sprich Umsatz ist - sind immer daran interessiert, ein Thema so reißerisch wie nur möglich darzustellen. Ob durch diese Zerrbilder
Menschen in eine kriminelle Ecke geschoben werden, ist den Redakteuren ziemlich egal. Ich will keine Verbrechen beschönigen, die durch Legalwaffenbesitzer begangen wurden, sondern
nur zur kritischen Hinterfragung solcher fragwürdigen Berichte mahnen! Es gibt offizielle Statistiken
des Bundeskriminalamtes BKA, die ziemlich detailliert mit diesen Voreingenommenheiten aufräumen!
Am besten fragt man mal einen Sportschützen oder Jäger, wie die Realität aussieht und
der "Achso-Effekt" wird nicht lange auf sich warten lassen. Schnell wird den meisten klar: So martialisch diese
Waffen - dank Hollywood und anderer filmischer "Hochgenüsse" - auch aussehen mögen, sie dienen
dem Sportschützen nur dem Löcherstanzen in Pappscheiben und es ist eine Herausforderung an Auge
und Körper, diese Löcher möglichst eng in der Mitte der Zielscheibe zu platzieren. Spinner und
"Möchtegern-Rambos" werden in unseren Reihen nicht geduldet! Der sportliche Wettstreit steht
an erster Stelle und nur weil unsere Sportgeräte lauter sind als ein ebenso gefährlicher Sportbogen,
werden wir uns diesen Sport nicht gern vermiesen lassen.
Meine persönliche Top-Ten
Ich werde an dieser Stelle mal ein paar Bilder meiner Trainings- und Wettkampfentwicklung
einstellen, wobei nicht bei allen Scheiben die Ringzahl entscheidend für
die Auswahl war. Die Scheibe mit dem weißen Innenkreis entspricht den Maßen
der normalen Scheiben; sie ist nur für eine bestimmte Großkaliber-NDSB-Disziplin
vorgesehen - die hier erzielte Ringzahl entspricht aber den 185 (186?)
Ringen der DSB-Präzisionsscheibe.
Ich bin aber mal gespannt, wann es mir gelingt, daß - bei 20 Schüssen
- keiner schlechter als ein 9er Ring wird! Im Augenblick scheine
ich an eine magische Grenze von 187-189 Ringen gestoßen zu sein, ich
hoffe, daß ich
irgendwann mal die 190 schaffen werde! (Am 18.10.2006 habe ich
diese Grenze überschritten! Anm. des Verf.)
Wer Probleme hat, das Schwarze der Scheibe zu halten, sollte sich
vielleicht mal den Artikel zu Gemüte führen, welchen ich für unsere
Vereinswebseite geschrieben habe.
Mein persönliches Fiasko erlebe ich leider immer wieder auf wichtigen
Meisterschaften, auf denen ich nicht in der Lage bin, meine Trainingsleistungen
zu erreichen! Im Jahr 2008 habe ich beispielsweise einen 9.Platz bei
den schleswig-holsteinischen Landesmeisterschaften für mich verbuchen
können, dessen zugrundeliegende Gesamtringzahl im Schnitt 15-20 Ringe
unter meinem Trainingsergebnis liegt. Da muss ich wohl noch an meiner
psychischen Einstellung arbeiten....
Zu
der gezeigten Scheibe vom 23.09.06 habe ich eine besondere
Beziehung, da ich die komplette Serie sehr konzentriert geschossen habe
und nach 19 von 20 Schüssen bereits 181 Ringe erzielt hatte - nun kam
der letzte Schuß - eine 8! Verfluchtes Nervenkostüm! Warum
haue ich mir beim letzten Schuß eine Acht in die Pappe? Ich hätte am
liebsten in die Tischkante beißen können - das hätten
190 oder 191 Ringe werden können!
Auch wenn andere mich mittlerweile komisch angucken, weil ich wegen eines
Ringes einen Riesenaufstand mache - ich muss zur Zeit um jede Steigerung
extrem kämpfen! Ich hätte auch nie geglaubt, daß man sich
wegen eines Ringes so ärgern kann! Ich hatte meinen Standnachbarn vor
den letzten 5 Schuß
gefragt: "Weißt Du, welche Panik ich vor diesen 5 Schüssen
habe, damit ich mir die schöne Serie nicht versaue?" Fünf
Schüss später wäre ich fast aus dem Anzug gehüpft!
Naja
- ich werde weiter trainieren....










