Der Stummel - oder "Das Gemeine Stummeltier"
Eine Seite über unseren verhaltensgestörten Mitbewohner
Das Gemeine Stummeltier (lat. faulenzia cauda correptus) ist die stummelschwänzige Variante
von der weit verbreiteten Faule-Pelz-Katze (faelis pellis ingnava).
Die fehlenden Zentimeter des bei anderen Tieren notwendigen Steuer- und Balanceorgans hält diese
Exemplar allerdings nicht davon ab, Orte der Wohnung aufzusuchen, die für den Reinigenden
Hausmann (selten vorkommende Gattung des homo putidus) unerreichbar scheinen.
Das Zusammenleben mit dieser Art
Wer glaubt, ein Bett samt Matratze ungestört frisch beziehen zu können, der irrt: Dieses Vorhaben kann genau an der Stelle abgebrochen werden, an der das Stummeltier durch den Lattenrost in den Bettkasten oder in den frischen Bettbezug gekrochen ist. In diesem Moment kann diese Tierart seine Ohren komplett auf Durchzug stellen und gutes Zureden verpufft sinnlos in der Stille des Vormittags. Ob Küchenhängeschränke, Kartons, Einkaufstüten oder offengelassene Schranktüren - nichts ist vor dem gemeinen Stummeltier sicher.Das Leben in der Natur
Gefürchtet ist diese in den Landstrichen Schleswig-Holsteins beheimatete Tierart wegen der gezielten Ortsverlagerung der heimischen Nagerwelt.
Meistens tauchen die Mäuse, die in Nachbars Garten das Licht der Welt erblickten, irgendwann in der annektierten Dachwohnung des
Stummeltiers als piepsendes Dankeschöngeschenk an den eigentlichen Wohnungsinhaber auf. Vorzugsweise Nachts! Keine Ahnung warum dieses
nervende, bei der Arbeit störende und permanent auf der Tastatur liegende Etwas immer noch geduldet wird. Wahrscheinlich sind es
die Kuschel- und Knutschattacken, denen man meist völlig unvorbereitet ausgesetzt ist.
Ich schwöre: Spätestens wenn dieses Tier meinen Kaffee trinkt und meine letzte Zigarette raucht, schmeiß ich ihn raus - diesen
kleinen Arsch!
Schreck in der Mittagsstunde
Eines Tages trug es sich zu, daß der Dosenöffner vom Stummeltier seine Experimente mit dem Suchgiganten
GOOGLE durchführte und bei Eingabe der Suchwörter "Kater Stummel" einer Internetseite gewahr
wurde, die den wohlklingenden Namen www.kumasasa.de trug. Dosenöffner,
von Natur aus neugierig, betätigte das Computernagetier genau über dem blau unterstrichenem
Text dieser Seite und kippte fast augenblicklich rückwärts vom Stuhl! Von
einem Foto grinste ihm ein Gesicht entgegen, in welches er jeden Morgen eine ganze Dose Aldi-Futter
stopfte! Das kann doch gar nicht wahr sein!
Ich füttere jeden Morgen diesen Flohbeutel
und er sonnt sich am Nachmittag, während ich im Büro schwitze, auf einer Gartenbank in Kürten?
Wo liegt überhaupt Kürten? Atlas... Suchen... Nordrhein-Westfaaaaalen???
Neee, ich traue
Katzen ja allerhand zu, aber um dieses Kunststück würde ihn selbst David Copperfield beneiden!
Aber auf dem Bild dort blickte ein äußerst zufriedener Stummel in die Linse der Kamera
und selbst das weiße Dreieck über der Nasenwurzel schien zu sagen:" Ich bin Stummel,
der Streuner!"
Und so stand es wortwörtlich unter diesem Foto: Stummel, der Streuner!
Dosenöffner Thomas rieb sich die Augen, holte sich promovierten Beistand aus den Weiten den
Großraumbüros und trotz allem schien es bombenfest zu stehen - dort auf der Gartenbank
sonnte sich ein schwarz-weiß gefleckter Kater, der einen Stummelschwanz besaß und auch
noch auf diesen Namen hörte!
Als sich das zentrale Nervensystem und die Blutfördereinheit mit dem Gedanken angefreundet
hatten, endlich den Herkunftsort des Stummeltiers ausfindig gemacht zu haben, las Dosenöffner
Thomas den Datumseintrag des letzten Fotos: 05.08.2005. Puh!
Das kann gar nicht mein Stummel sein!
Nun drängten sich langsam auch andere Details
durch das Gespinst dieser Überraschungsnachricht. Dieser Stummel da hatte auch einen viel längeren
Schwanz als sein schleswig-holsteinisches Double! Gott sei Dank!
Man schrieb eine E-Mail an die Dosenöffner des Katzenzwillings und war sich recht schnell
einig, daß diese Geschichte es wert ist, auf dieser Seite erzählt zu werden. Hier nun kommen
die Beweisfotos (Das Bild des Nord-Stummels wird bei Gelegenheit der Pose des Süd-Stummels
angeglichen):
Leider findet sich in Kürten niemand, der dem Süd-Stummel endlich
ein dauerhaftes Zuhause gibt. Die Dosenöffner der Internetseite www.kumasasa.de können Stummel
Süd auch immer nur ihre Zuneigung schenken, wenn er mal vorbeischaut. Ein Streuner halt!
Er ist leider noch nicht kastriert und treibt sich dort in der Gegend herum. Wer diese Zeilen
lesen sollte und in der Nähe Kürtens wohnt, kann ja Kontakt mit Ina F. - der Betreiberin
der Internetseite aufnehmen! Ein Stummel wird es euch danken!
Ach ja, unser bekloppter Untermieter hat natürlich auch eine eigene E-Mailadresse:
stummel@bissenmoor.de
hier nun ein paar Bilder von diesem Bies... ähh... Stummel - manchmal nenne ich ihn auch "schlawinischer Schalunke" (eine Wortschöpfung meiner Freundin...)
Gefilmtes
Rührendes
Folgende Zeilen haben mich tief berührt, als ich sie in einem Beitrag im Nachruf eines Tierbesitzers las - sie beschreiben die Hingabe, mit der sich viele um ihr Haustier und ihre Liebe zu ihm sehr treffend und ich finde diese Zeilen so rührend, daß ich sie Euch nicht vorenthalten möchte:
Eines Nachts hatte ich einen Traum:
Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn.
Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten,
Streiflichtern gleich, Bilder aus meinem Leben.
Und jedes Mal sah ich zwei Fußspuren im Sand,
meine eigene und die meines Herrn.
Als das letzte Bild an meinen Augen vorübergezogen war,
blickte ich zurück. Ich erschrak, als ich entdeckte,
daß an vielen Stellen meines Lebensweges
nur eine Spur zu sehen war.
Und das waren gerade die schwersten Zeiten meines Lebens.
Besorgt fragte ich den Herrn:
"Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen,
da hast du mir versprochen, auf allen Wegen bei mir zu sein.
Aber jetzt entdecke ich, daß in den schwersten Zeiten
meines Lebens nur eine Spur im Sand zu sehen ist.
Warum hast du mich allein gelassen,
als ich dich am meisten brauchte?"
Da antwortete er:
"Mein liebes Kind, ich liebe dich
und werde dich nie allein lassen,
erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten.
Dort, wo du nur eine Spur gesehen hast,
da habe ich dich getragen."
Text: Margaret Fishback Powers
